05.05.2022

Spinnfischen – Die bunte Welt der Kunstköder

Bunte und möglichst auffällige Köder kennzeichnen das Spinnfischen. Für welche Fischarten sich diese Angelmethode besonders eignet und welche die beste Schnur zum Spinnfischen ist.

Das Spinnfischen zählt wie das Fliegenfischen zu den aktiven Arten des Angelns vom Boot oder Ufer aus. Es ist eine Kunst für sich, den Köder richtig zu lenken. Der Name stammt vom Englischen „to spin“ („kreiseln, wirbeln, sich drehen“) ab. Spinnen und Blinkern sind ebenfalls gängige Bezeichnungen. Es kommen überwiegend Kunstköder zum Einsatz, deren Vibrationen und optische Reize beim Einholen Raubfische dazu verleiten sollen, anzubeißen.

Geflochtene Schnur zum Spinnfischen

Die monofile Schnur wird oft bei der Ausrüstung zum Spinnfischen erwähnt. Die beste Schnur zum Spinnfischen ist allerdings eine aus mehreren Fasern geflochtene Schnur, die dadurch eine sehr hohe Tragkraft bei relativ geringem Durchmesser aufweist. Dank dieser geflochtenen Hauptschnur sind hohe Wurfweiten möglich und auch weiter entfernte Fische sind nicht außer Reichweite. Durch die kaum vorhandene Dehnung bei geflochtenen Schnüren kann der Köder optimal geführt und gefühlt werden. Das ermöglicht eine schnellere Reaktion bei Bissen.

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Jagd auf Jäger

Die Zielfische beim Spinnfischen sind überwiegend Raubfische in Form von Barsch, Zander und Hecht. Auch der Wels erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Wahl des Köders wird bestimmt von der persönlichen Präferenz und dem Fisch, den es zu angeln gilt.

·        Spinnfischen auf Hecht: Hechte sind aggressive und beißfreudige Fische. Große und möglichst markante Köder sind die richtige Wahl. Kunstköder-Spinner in Gold oder Silber mit auffälligen Federn oder Fell sind für den Hecht unwiderstehlich. Bunte Wobbler ab einer Größe von 9 Zentimeter kommen ebenfalls zum Einsatz, diese imitieren sehr gut die natürlichen Beutefische der Hechte. Kräftige Ruten und Rollen mit einer Schnur, die eine hohe Tragkraft besitzt, sind unverzichtbar.

·        Spinnfischen auf Zander: Zander sind sehr mobile Fische, besonders sie auf Jagd sind. Gummiköder sind die effektivsten Köder beim Angeln auf Zander. Die bodennahe Führung ermöglicht es, in den Beißzeiten der Zander viele Bisse zu bekommen. Bei Ruten und Rollen können leichtere als beim Hechtangeln gewählt werden.

·        Spinnfischen auf Barsch: Barsche sind sehr neugierige, in Schwärmen vorkommende Fische, die dem Köder auch mal nur hinterherschwimmen. Optimale Kunstköder sind Spinner mit der Größe zwei bis fünf Zentimeter und Wobbler bis zu sieben Zentimeter. Leichte Ruten und Rollen sind ausreichend.

·        Spinnfischen auf Wels: Für alle, die gerne Wels fischen, aber denen das Ansitzangeln nicht aktiv genug ist, bietet das Spinnfischen den richtigen Nervenkitzel. Wichtig ist, dass bei der Materialwahl nicht gespart wird. Die kräftigen Fische verzeihen schlechte Ausrüstung nicht und im schlimmsten Fall geht einem der Fisch des Lebens durch die Lappen. Die Köder sollten viel Druck erzeugen. Farbe und Verzierung spielen keine Rolle, da der Wels sich auf seine sensiblen Barteln verlässt.

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Spinnfischen auf Hecht

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Die besten Kunstköder sind an den zu fangenden Fisch angepasst

Möglichst bunt und eindrucksvoll

Die Köder beim Spinnfischen sind vielfältig. Beim Angeln mit Wobblern muss der Köder aktiv geführt werden, also die Einholgeschwindigkeit variieren und auch kurze Stopps einlegen. Bei Twitch-Wobblern wird mit leichten Schlägen der Rutenspitze in die schlaffe Angelschnur der Kunstköder in Bewegung gesetzt. Das lässt den Köder seitlich ausbrechen. Hechte, Zander und Barsche können dem nur schwer widerstehen.

Gummifische mit Jigkopf lässt man auf den Grund sinken. Um sicher zu gehen, dass der Köder vom Boden abhebt, hält man die Rute im 45°-Winkel Richtung Himmel. Die Zander beißen meistens in der Absinkphase des Köders. Blinker, Spinner und Twister werden ausgeworfen, dann lässt man sie absinken und kurbelt sie gleichmäßig ein. Man kann auch hier die Geschwindigkeit variieren und Stopps einlegen. Dann taumelt der Köder etwas Richtung Grund und verführt optimalerweise zum Anbiss.

Reaktionsfreudigkeit ist gefragt

Dadurch, dass der Angler beim Spinnfischen ständig in Bewegung bleibt, ist seine volle Konzentration  gefragt. Ein Biss macht sich meistens in Form eines kleinen Ruckes an der Rute bemerkbar. Dann ist schnelle Reaktion gefragt, denn die Fische bemerken schnell, dass ihre vermeintliche Beute keine ist und spucken sie wieder aus. Spinnfischen ist also für alle Jene, die eine Herausforderung suchen und aktiv angeln möchten. 

Ein Text von Lukas Renner

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